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Guttenberg RoadkillThursday, February 17. 2011Trackbacks
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Wenn man danach geht, sollte man auch andere Promotionen prüfen, auch gerne von Abgeordneten im Bundes- und Landtag. Ich bin mir sehr sicher, dass da noch mehr Leute auffliegen würden. "Abschreiben" kommt bei Bachelor-/ Diplom-/ Master- und Promotionsarbeiten wahrscheinlich sehr viel häufiger vor als wir es uns vorstellen können. Vor allem bei den Leuten die den Doktortitel wegen dem schönen Klang haben wollen und nicht, weil sie eine Karriere in der Wissenschaft anstreben.
Schau mal was sein Opa geschrieben hat:
http://www.amazon.de/Fu%C3%9Fnoten-Karl-Theodor-Freiherr-Guttenberg/dp/B001G66W2M/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1298016477&sr=8-9
Nu lass uns doch mal abwarten, welche inhaltliche Bedeutung die Stellen, die da als Zitat nicht ordentlich gekennzeichnet wurden, für Gesamtarbeit haben.
Zu den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens und des wissenschaftlichen Diskurses gehört eben auch, dass man gefundenen Dinge in Ruhe bewertet und analysiert statt einfach "Herr Lehrer, Herr Lehrer, ein fehlendes Anführungszeichen" zu schreien. Denjenigen, die mit Politiker-Bashing nicht bis Klärung des aktuellen Falls warten können sei das Büchlein "Dünnbrettbohrer in Bonn" empfohlen. Schönes Wochenende. S.
Eigentlich gibt es da nichts mehr zu klären. Eine Doktorarbeit hat gewisse Regeln zu beachten und die wurden hier mißachtet. Ob absichtlich oder nicht spielt da keine Rolle.
Ich habe bei meinem Informatikdiplom eine Abwertung wegen einiger Kommafehler bekommen. Die waren inhaltlich völlig irrelevant.
Für die Bewertung ob jemand bewusst getäuscht, wissentlich unterlassen oder Anführungszeichen einfach nur vergessen hat, ist das sehr wohl relevant. Es geht hier um den Vorwurf des Plagiats und nicht um Interpunktion.
Eine Universität kann eine Promotion nachträglich aberkennen. Bei der Entscheidung, dies zu tun werden die Kommafehler aber eher seltener betrachtet. Daher ist es sinnvoll, erstmal abzuwarten, wie der entsprechende Ausschuss die Situation bewertet. Heise-Quorum zählt heute mal nicht. Auch wenn Freitag ist.
Es ist irrelevant, ob er das wissentlich oder unwissentlich gemacht hat. Pfusch ist Pfusch!
Bei der Prüfung wird natürlich nichts rauskommen, da eine bayrische Uni keinen CSU-Politiker abschiessen wird. Daher wird bei einem Stunt, der einen Normaldoktoranden ins Aus schießt, hier sicher auf sowas wie inhaltlich unbedeutend abgehoben. Bei einer Arbeit, die inhaltlich unbedeutend ist, stimmt das sogar.
Ja, ja Pfusch ist Pfusch und Stammtisch ist Stammtisch. Schon klar...
ich wuensche mir an dieser stellle lediglich eine untersuchung die nicht irgendeiner parteiraeson folgt sondern den gleichen massstab anlegt, wie er auch an einen normalen doktoranten. ich habe bei freunden schon wegen geringereren formalen fehlern abwertungen gesehen. politisch am kluegsten waere wohl der komplette verzicht auf den dr. ... das wuerde zu dem image passen, das die berater von herrn guttenberg ihrem schuetzlinrg zu verpassen suchen ....
Es geht hier nicht drum aus "Summa cum laude" eine "Rete" zu machen. Es geht um Plagiatsvorwürfe und die Aberkennung des Titels. Ich glaube, dass man mindestens die Arbeit gelesen und verstanden haben sollte, um sich hierzu ein Urteil zu erlauben.
Ja, in der Tat geht es nicht mehr darum, aus der Note ein "rite" zu machen.
Der VGH Baden-Wüttemberg (wohl kaum ein Stammtisch) urteilte hierzu am 13.10.2008 (9 S 494/08): "Die nicht gekennzeichnete Übernahme kompletter Passagen aus dem Werk eines anderen Autors in einer Dissertation beinhaltet eine Täuschung über die Eigenständigkeit der erbrachten wissenschaftlichen Leistung. Sofern sie planmäßig und nicht nur vereinzelt erfolgt, kann sie die Hochschule zur Entziehung des verliehenen Doktorgrades berechtigen. 2. Auf den Umfang der abgeschriebenen Stellen sowie auf die Frage, ob die Arbeit auch ohne das Plagiat noch als selbständige wissenschaftliche Arbeit hätte angesehen werden können, kommt es grundsätzlich nicht an." Mittlerweile ist man man bei Fundstellen für inkorrektes Zitieren auf 176 Seiten wenn man dem guttenplag wiki glauben schenkt. Ich würde das als planmässig und nicht nur vereinzelt bezeichnen. Ebendort wird auch errechnet, das das mittlerweile 44,8% der Seiten sind. Wenn man sich die Fundstellen handelt es sich da auch nicht um einzelne Sätze sondern da ist passagenweise kopiert worden, ohne das es eine korrekte Benennung der Originalquelle gaebe.
Oh Gott! 'rete' - war schon spät.
Also: falls die Fakultät (und nicht die Universität) den verliehenen Titel wieder entziehen möchte, können sie sich auf das von Dir beschriebene Urteil berufen. Die Frage ist nur, ob sie das möchte. Genau das wird zur Zeit geklärt. Falls die Fakultät zu dem Schluss kommt, den Titel nicht abzuerkennen, findet das von Dir zitierte Urteil keine Anwendung. Da könnt ihr euch alle auf den Kopf stellen. Der Punkt ist, dass die Kommission, die das klären soll hierzu wohl kaum Kriterien wie Interpunktion oder so etwas waberndes wie "Pfusch" zugrunde legen wird, sondern eine fachliche Sicht, von der wir als Nicht-Juristen nichts oder wenig verstehen und daher erstmal die Füße brav unterm Tisch halten sollten. Auch erscheint mir das reine Zählen von Textstellen nur sehr bedingt hilfreich zu sein. Die Interpretation und Bewertung von Texten ist in der Geisteswissenschaft mit Hermeneutik, Exegese jahrhundertelang ohne Google ausgekommen (das soll nicht heissen, dass die Zahlen vollkommen überflüssig sind, aber man muss sie richtig bewerten - there is no strength in numbers). Wer jetzt beim Mitdiskutieren auf der Ergebnis aus Bayreuth nicht warten kann, sollte sich der Uni Konstanz zuwenden. Dort ist der Fall eines Physikers wesentlich fortgeschrittener. So - und jetzt kommst Du
Ja, es obliegt der Verantwortung der Fakultät, ob sie dieses Werk weiterhin als einer Doktorarbeit würdig erachtet. Ich glaube auch nicht das man ihm die Doktorwürde aberkennen wird.
Aber: Was das für den Ruf der Fakultät bedeutet, wird sicherlich interessant zu beobachten sein. Und ja, Zahlen mögen vielleicht an sich wenig sagen ... doch wenn man sich die Textstellen so ansieht, die dort als möglicherweise zumindestens als unrichtig zitiert (um das Wort Plagiat nicht zu verwenden) betrachtet werden, sind diese teilweise derartig lang, das ich den Seiten jedewede von Herrn von und zu Guttenberg erbrachte schöpferische und wissenschaftliche Leistung absprechen möchte.
Wir sind uns aber schon einig darüber, dass wir hier zur Zeit nicht von einem Plagiat sprechen können ohne das Kommissionsergebnis abzuwarten, oder?
Und was die schöpferische Leistung (nicht die Einhaltung der wissenschaftlichen Regeln) angeht: was ist mit Kollagentechnik (Max Ernst, Beastie Boys)? Alles Plagiate? Man muss das Ganze betrachten und nicht nur immer Fragmente.
Okay ... einigen wir uns auf ein seitens des Pöbels (dessen Teil ich bin) "gefühlten Plagiats".
Ansonsten: Ich möchte Dir ganz vehement widersprechen, das schöpferische Leistung in Musik und Malerei mit der schöpferischen Leistung im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit vergleichbar ist. Was auf der einen Seite akzeptabel und Ausdruck von Schöpfung ist, hat in der Kunstform "Promotion" keinen Platz. Letztlich ist auch unlizensiertes Kopieren in der Kunst ein Zitierfehler und führt zwar nicht zur Aberkennung irgendwelcher Titel, schnell aber zu hohen Schadensersatzzahlungen, zumindestens aber zu anwaltlichen Auseinandersetzungen, wie die Beastie Boys auch schon erfahren haben. Schliesslich hat der werte Herr seine Arbeit nicht als Kunstobjekt, sondern als Dr.-Arbeit abgegeben. Wenn ich sehe, wie genau meine Schwester für jeden einzelnen Absatz, für jede einzelne Aussage die Schultern, auf denen sie im Rahmen ihrer Masterarbeit steht, dokumentiert, dann bin ich von eben diesem Verhalten des Herrn von und zu einfach nur angewidert.
Quatschkopf
Wir beenden das mal hier und verlagern die Schöpfungsdiskussion auf ein Mittagessen, Du kleiner Google-Mob. Bis nächste Woche dann.... LG S.
die geister die er rief, der schneidige, korrekte, eloquente dr. guttenberg! hoffnungstraeger einer partei die ein striktes copyright regime vertritt, die auf sekundaertugenden wie fleiss, ordnung und puenktlichkeit wert legt und dies auch gern noch in ihrem personal verkoerpert sieht - von der leyen und guttenberg vornweg - muss ich ploetzlich der einsicht stellen, dass ihr sauberman und oberdurchgreifer mindestens ein schaumschlaeger, wahrscheinlich aber ein dreister dieb und titelerschleicher ist. als haette er nicht bereits genug davon gehabt.
wenn man sich mal einen sonntagnachmittag die muehe gemacht hat, die arbeit soweit im netz zugaenglich, zu lesen und mit den fundstellen zu verlgleich, dann bleibt wenig spielraum fuer interpretation was hier passiert ist. und ob eine solche figur, die einen solchen widerspruch von ordnungsgeist und eigenem tun vorlegt, noch ernst zu nehmen ist, muss jeder selbst entscheiden. wenn das volk ihn halt trotzdem will, sagt das mehr ueber das volk aus, als ueber guttenberg. dabei hat ueber den inhalt der arbeit noch niemand gesprochen und der waere an sich ein eigenes thema: der schnittige 'doktor" versucht doch vor dem hintergrund der eu-integration als postnationaler und darum neuer legitimationsressourcen beduerftiger konfiguration den guten alten nationenbegriff gegen den verfassungspatriotismus der bonner republik stark zu machen. solide konservatives problem, eine art weichgespuelter schmitt mit sozialdemokratischem flair, aber im kern halt eine begruendung, aus welchen quellen man eine fuehrungsanspruch im europaeischen konzert schoepfen kann.
Die Wissenschaft die ist und bleibt,
was einer ab vom andern schreibt... [Quelle unbekannt]
"Die Wissenschaft die ist und bleibt,
was einer ab vom andern schreibt..." und weil das so ist, gibt es zitationsregeln. wenn man sich an die haelt, gibts auch keinen aerger. wenn man allerdings je nach zaehlung ein drittel oder zwei drittel fremden text nicht auszeichnet, sondern als eigenen ausweist, haelt man sich nicht an die regeln, die herrn dr. guttenberg als traditionsvertreter doch so heilig sein sollten. von seinem juristensein noch nicht gesprochen. schon gar nicht von den copyright-positionen, die er als minister fuer wirtschaft und technologie zeitgleich zur abgabe sein arbeit vertreten hat. da hilft auch alles heulen von familienvater, abgeordneter und unternehmerpflichten nichts. es gibt ja genug software, die das zitiernen so einfach wie copy und paste macht - nur das dann die fussnoten korrekt sind
Ich frage mich immer wieder, wie überhaupt diese Arbeit einer ersten Überprüfung stand hielt, wenn die Plagiate so eindeutig sind. Guttenberg hat jetzt seinen Doktortitel abgegeben und damit sein Ansehen, dass wahrscheinlich nicht wiederhergestellt werden kann.
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